Auszug aus der Predigt der Visitation

Ich habe beim Betreten der Kirche davon gesprochen, dass es um Wandlung geht.

Beim Betreten der Kirche verändern wir uns.

Wenn das nicht geschähe, würde der Messbesuch keinen Sinn machen.

Er soll etwas tun mit dem Menschen. In voller Nostalgie schauen wir auf unsere Kirche, wie wir das in Stranzendorf in liebevoller Weise tun.

Das alles dient nicht der Archivierung und der historischen Dokumentation. Es geht um das Geheimnis unseres Glaubens. Was ist das wichtigste der Hl. Messe?
Es geht um Wandlung von Fleisch und Blut und um Wandlung von einem jeden von uns. Wenn es nicht so wäre, bräuchten wir nicht kommen.

Heute sind im Evangelium insbesonders Verantwortungsträger angesprochen. Jesus kritisiert die Schriftgelehrten und Pharisäer, weil sie selber dem Anspruch nicht gerecht werden.

Es ist gut und gesund, solche Texte immer wieder zu hören, gerade auch als Bischof. Sie tun mir gut, sie konfrontieren mich mit mir selber und ich hoffe auch, dass ich heute wieder
anders hinausgehe, wachgerüttelt und mit dem Blick auf den Vater im Himmel. Jesus sagt, ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, ihr seid Brüder. Nur einer ist euer Vater.
Darum geht es hier in der Kirche, den Blick frei bekommen für den einen, dem wir alles verdanken. Unser Leben, unser Sein, Beziehungn zu anderen Menschen. Wir können
dankbar sein, dass es Kinderstimmen gibt und Menschen, die ja sagen zu den Kindern.

Alle werden gewarnt vor Scheinheiligkeit. Wir sind eingeladen, den Weg Jesu zu gehen. Was Jesus selbst gepredigt hat, hat er selbst gelebt. Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,
wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Es ist nicht gemeint, dass man sich verachtet, sich selbst schuldig fühlt. Gemeint ist, dass man loslässt vom Besserwissen. Menschen nicht in gut und böse und Schubladen einteilen. Der größte von euch soll euer Diener sein.Er hat die Sünde anderer Menschen auf sich genommen. Er hat Solidarität so stark gelebt, dass es um sein eigenes Leben gegangen ist.

Das ist die Handlung aller Handlungen. Wer sich auf Gott verlässt, sagt: Gott, ich verlasse mich auf dich.

Das gilt für für jeden von uns einzelnen, für Familien, für Gruppen in der Pfarre. Was heißt das für eine Pfarre? Der Weg Jesu Christi ist der Weg nach vorne, der Weg der Wandlung.
Das Einlassen auf das Abenteuer von Tod und Auferstehung.

Durch das liebevoll aktualisierte Pfarrprofil habe ich einen Einblick in die Pfarre gewonnen. Die Kindergruppe zum Beispiel. Es gibt jemanden, der Sorge trägt für die Ministranten,
der Klang der Orgel. Doch habe ich auch Sorgen vernommen um den Nachwuchs, um die Jugend, die Sorge um die Zukunft, um die Lebendigkeit der Liturgie. Wie wird es weitergehen?
Die Sorge, Teil des Pfarrverbandes zu werden. Mit Niederrussbach ist man gewohnt, zusammenzuarbeiten, aber wie wird es mit den neuen Pfarren Großweikersdorf, Ruppersthal,
Großwetzdorf, Oberthern?

Etwas gilt sicher: Wer sich auf den Weg macht, der wird diese Zukunft mehr erreichen können über das Geheimnis der Wandlung.

Wandlung bedeutet immer ein Risiko. Auch der Weg zum Erwachsenwerden beginnt mit dem Kindsein. Das gehört dazu. Ich möchte Sie einladen,
Vertrauen zu haben, Neues zu probieren. Bitte vermeiden Sie Sätze wie: das geht nicht oder bei uns war das immer so… Das sind Sätze, die Wandlung ausschließen.

Jesus lädt uns ein zur Wandlung. Gerade wenn Sie die Jugend erreichen möchten, werden Sie sie nur gewinnen können, indem man Formen anbietet, die junge Menschen anspricht.

Immer andere Schwerpunkte setzen.

Was wird Wandlung bedeuten in Bezug auf den Entwicklungsraum? Die Gründung eines Pfarrverbandes? Die Priester haben sich abgesprochen. Herr Pfarrer Marius hat sich bereiterklärt,
die Pfarren des Entwicklungsraums zu leiten.  Herr Pfarrer Wojcik hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, als Pfarrvikar tätig zu sein.

Loslassen ist immer eine Art der Erniedrigung. Aber der, der sich erniedrigt, der wird erhöht werden.

Pfarrverband heißt, die Pfarren müssen miteinander stärker kooperieren. Auswirkung hat es z.B. auf das Pfarrblatt, es wird eines für 6 Pfarren geben.
Keine Auswirkung wird es haben auf die Anzahl der Sonntagsmessen. Die Anzahl der Priester bleibt unverändert. Auch die Hl. Messe in Oberparschenbrunn bleibt unberührt.
Die Anzahl der Priester ändert sich nicht. Eine Auswirkung kann es haben auf die Uhrzeit. Es soll nicht drübergefahren werden, aber es soll auch nicht gesagt werden, das geht nicht, sondern im Gegenteil. Ich danke allen, die hier in der Pfarre miteinander Sorge tragen für einen guten gemeinsamen Weg. Er wird nicht ohne Schmerzen möglich sein. Stellvertretend für unseren Schmerz hören wir den von unserer jüngsten, der kleinen Marie, hier. Schmerz darf in der Kirche da sein. Es wäre falsch, zu sagen, das Kind soll raus, weil es stört. Menschen, die leiden, haben einen Platz in der Kirche.

Ich bitte Sie, sagen Sie einander, wenn Sie was stört, wenn Sie etwas wehtut, wie es uns Marie kundtut. Wenn wir dann ins Gespräch kommen und nicht über einander reden, sondern miteinander, dann kann etwas wachsen, und dann wird Wandlung segensreich sein.

So erbitt ich Ihnen Gottes Segen auf den nächsten Schritten. Haben Sie keine Angst vor Wandlung, sondern lassen wir uns darauf ein, geführt durch unseren Herrn Jesus Christus, der uns durch seine Wandlung verwandeln wird und begleitet.